Zeitgeist Industrie 4.0

 

„Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden.“ - 2015, Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Industrie 4.0 ist kein Produkt oder Programm. Es ist vielmehr eine Art industrielle Philosophie oder ein Szenario, wie die Zusammenführung von Kommunikations- und Informationstechniken in der Produktion gestaltet werden kann und wie sich dieser Fortschritt auf die Unternehmenskultur auswirkt. Woher kommt diese Philosophie? Wie kann ich mir das Szenario vorstellen? Welche Idee verbirgt sich hinter Industrie 4.0?

Digitalisierung ist schon längst im Alltag angekommen. Seit den 90er Jahren erleben wir eine Entwicklung in unserem Privatleben, die mit ihrer Geschwindigkeit und Intensität einzigartig in der Geschichte ist. Die Digitalisierung wurde initiiert mit der stetigen Überführung von analogen Medien in digitale Formate. Beispiele dafür sind die Einführung der Audio-CD oder die Überführung von analog vorliegenden Fotos und Videos in digitale Kopien zur längeren Erhaltung. Dies im Grunde alles nur, weil es im Privaten zunehmend ermöglicht wurde, einen eigenen Desktop-PC zu nutzen.

Parallel zur Digitalisierung wurde die zweite einflussreiche Entwicklung angeregt: das Internet. Anfangs noch sehr langsam und überschaubar, ist das Internet mittlerweile zu einer eigenen Welt herangewachsen. Spätestens in den frühen 2000ern mit der Einführung von DSL Verbindungen, wurde das Internet kommerzialisiert und spielte eine immer wichtigere Rolle im Alltag.

Die Zusammenführung von Digitalisierung und durch das Internet einhergehenden Vernetzung, bestimmen heute unser Privatleben und beeinflussen teilweise bereits unseren Arbeitsalltag. Durch die Einführung neuer technologischer Geräte, welche die Nutzung der beiden zusammengeführten Entwicklungen überhaupt konsumierbar machte, entstand der letztlich größte Faktor unserer Zeit: die Mobilität. Uns steht zu jeder Zeit, an jedem Ort, jede benötigte Information zur Verfügung.

Mittlerweile ist ein Leben ohne Smartphones, Tablets oder anderer Endgeräte schwer vorstellbar. Die Entwicklung der Kommunikationsgeräte bei gleichzeitiger, vollständiger Vernetzung erhöht die Informationsverfügbarkeit und vereinfacht unsere alltäglichen Aufgaben. Im Privatleben sind die mit der Digitalisierung einhergehenden disruptiven Technologien bereits vollständig integriert, sei es, um einzukaufen, zu kommunizieren, sich zu informieren oder einfach, um sich zu unterhalten.

In zunehmenden Maße erkennt die Industrie die Vorzüge des stetigen Zusammenwachsens von Informations- und Kommunikationstechniken. Besonders in der industriellen Arbeits- und Produktionswelt erschließen sich dadurch neue Geschäftsmodelle und Produktionspotenziale. Durch intelligente Vernetzungen eröffnen sich mit Hilfe der vollständigen Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten in der Industrie.

Die Idee der vollständigen Informationsverfügbarkeit auf Basis der digitalisierten und vernetzten Industrie, ist der Kern von Industrie 4.0. Die im Zuge von Industrie 4.0 entstehenden Veränderungen sollen helfen, die immer komplexer werdenden Anforderungen an das produzierende Gewerbe zu bewerkstelligen.

Lesen Sie jetzt im nächsten Kapitel "Historie der industriellen Revolution", woher der Begriff Industrie 4.0 stammt, was er bedeutet und wie die Entwicklung speziell in der Industrie aussieht.