Wir verbessern Produktentstehungsprozesse

Produktentstehungsprozess Industrie 4.0

 

Es ist an der Zeit, die funktionalen Eigenschaften eines digitalen Produktmodells neu zu definieren und den heutigen Herausforderungen anzupassen. Die genaue Herleitung zur Entwicklung des digitalen Produktmodells finden Sie in dem Artikel „Das digitale Produktmodell“. Neben dem konsistenten digitalen Produktmodell gibt es weitere Aspekte, die die Qualität/Effizienz des Produktentstehungsprozesses beeinflussen.

 

Produktentstehungsprozess

 

Ein weiterer, wichtiger Faktor ist die Prozessdurchgängigkeit. Sie muss nicht nur unterstützend die Erzeugung und Nutzung des digitalen Produktmodells gewährleisten, sondern auch Unterbrechungen durch fehleranfällige Vorgänge oder Medienbrüche vermeiden. 

Das bedeutet, dass alle betroffenen Abteilungen auf ein einheitliches konsistentes digitales Produktmodell zugreifen können: Zeitpunkt, Ort und im Idealfall Infrastruktur dürfen keine hemmenden Faktoren sein, damit sich der jeweilige Prozessbeteiligte komplett auf seine Arbeit fokussieren kann. Die Vereinfachung der Arbeitsbedingungen sowie die effiziente Fokussierung der Ressourcen führen zu einer merklichen Erhöhung der Produktivität.

Zum anderen sollen, nach Möglichkeit, wertschöpfungsrelevante Tätigkeiten durch automatisierte Prozesse unterstützt werden. Dies betrifft hauptsächlich wiederkehrende Prozesse, die im Hintergrund ablaufen. Die damit erreichte Reduzierung fehleranfälliger Vorgänge und die Automatisierung manueller Tätigkeiten, führen zu einer unmittelbaren Erhöhung der Qualität des Produktes und zur Verkürzung der Time-to-Market.

Als dritter wichtiger Faktor, neben dem konsistenten digitalen Produktmodell und der Prozessdurchgängigkeit, muss der Produktentstehungsprozess eine hohe Variantenvielfalt effizient gewährleisten. Die immer individuelleren Kundenanforderungen führen zu einem drastischen Anstieg der Variantenvielfalt. Ist der Produktentstehungsprozess nicht darauf ausgerichtet, kommt es zu Lieferengpässen, Kostenexplosionen, Kundenunzufriedenheit und letztlich zu Kundenverlusten. Daher müssen bereits während der Erzeugung des digitalen Produktmodells effizienzsteigernde Werkzeuge genutzt werden. Beispielsweise verkürzt ein parametrischer Aufbau des Modells die Phase der Produktgestaltung (im Zuge des Re-Engineerings).

Um die Variantenvielfalt kostengünstig anbieten zu können, ist es von größter Wichtigkeit optimal zu standardisieren. Die Standardisierung von Produkten und Prozessen macht sich auf vielfältige Weise bemerkbar. Von der Beschaffung (Erzeugung) über die Fertigung bis hin zu Logistik, Betrieb und Instandhaltung, lassen sich hiermit enorme Kostenvorteile erzielen. Reduzierung der Time-to-Market, Variantenvielfalt bis hin zu "Losgröße 1" und die damit erforderliche Flexibilisierung der Fertigung, lassen sich wirtschaftlich nur durch den Einsatz effizienter Standardisierung realisieren. Somit ist die Standardisierung ein wertvoller Bestandteil von Produktverbesserungsprozessen und generiert Wettbewerbsfähigkeit, sowie ein hohes Maß an Kundenbindung.

Die grundlegende Voraussetzung für einen optimalen Produktentstehungsprozess und gleichzeitig das wichtigste Werkzeug für Industrie 4.0, ist ein einwandfrei funktionierender Informationsfluss. Informationen aus parallelen Tätigkeitsfeldern, standardisierten Komponenten und variantenbehafteten Modellen, müssen zusammenfließen und die relevanten Angaben für individuelle Prozessschritte beinhalten. Um bereits vorhandenes Unternehmenswissen in die künftigen Entscheidungen miteinfließen zu lassen, müssen die analogen Dokumente digitalisiert werden. Durch die geeignete Integration verwaltungs- und fertigungstechnischer Abteilungen, wird ein durchgängiger Informationsfluss zwischen den wertschöpfenden Prozessen generiert. 

Das Informationsmanagement bildet die Basis für den optimierten Produktentstehungsprozess und muss die digitalen Informationen in Form von Daten aller relevanten Systeme zusammenführen, aufbereiten und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Prozessschritt zur Verfügung stellen. Dafür muss die Datengewinnung, -verwaltung und -bereitstellung aller am Produktentstehungsprozess beteiligten Bereiche einwandfrei und aufeinander abgestimmt funktionieren. In der Realität arbeiten unterschiedliche Abteilungen oftmals mit verschiedenen Systemen. Dabei gilt es, eine geeignete Integration zur Implementierung von Kommunikationskanälen zwischen den Systemen herzustellen. Die ideale Abstimmung zwischen der richtigen IT-Infrastruktur und den optimal eingesetzten Softwarelösungen zur Steigerung der Produktivität, ist damit der Schlüssel zum Erfolg.

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