Historie der industriellen Revolutionen

VIERNULL.blog | Industrie 4.0 & Digitalisierung - Historie der industriellen Revolution

 

In dem Artikel „Zeitgeist Industrie 4.0“ wurde die zunehmende Rolle der Digitalisierung in unserem Privatleben thematisiert. Im Folgenden geht es um die Betrachtung der Rolle der Digitalisierung innerhalb des produzierenden Gewerbes und wieso Industrie 4.0 derzeit so vorangetrieben wird. 

Warum sind wir im Privatleben schon so weit, aber in der Industrie noch nicht? Wo kommt der Begriff Industrie 4.0 her und was bedeutet dieser? Wie sah die Entwicklung in der Industrie bisher aus? 

Der Begriff Industrie 4.0 wurde erstmals auf der Hannover Messe 2011 von einer Gruppe von Experten aus den Bereichen Wirtschaft und Informatik geprägt. Damals war die Bedeutung des Themas noch nicht in Gänze erschlossen, jedoch war eine erste globalwirtschaftliche Entwicklung ersichtlich, woraufhin der Begriff als Initiator für ein Umdenken in der Industrie geprägt wurde. 

Bisher ist Deutschland als führender Produktionsstandort in der Welt bekannt. Jedoch haben sich im Laufe der Zeit neue Konkurrenten herauskristallisiert, die im globalen Markt immer weiter an Bedeutung gewonnen haben. Die neuen Produktionsmöglichkeiten im Zuge der Digitalisierung waren für neue Player am Markt, wie beispielsweise Unternehmen aus dem Silicon Valley oder Fernost, einfacher zu integrieren, als in den über Jahrzehnte gefestigten Strukturen am erfolgreichen Produktionsstandort Deutschland. Perspektivisch droht die Gefahr, den Titel als Exportweltmeister und den damit einhergehenden Wohlstand in Deutschland zu verlieren. Vor allem KMUs sind von dieser Entwicklung bedroht. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die Vorteile der Digitalisierung und Vernetzung auch in der deutschen Industrie zu nutzen, wurde der Begriff Industrie 4.0 geprägt.

Die Verbreitung verlief allerdings schleppend, was nicht zuletzt an der unkonkreten Definition des Begriffs lag. Die Worthülse musste erst mit Inhalt gefüllt werden, was die Politik ebenfalls bemerkte. Vier Jahre nach der Einführung des Begriffs wurde auf der Hannover Messe 2015 die Plattform Industrie 4.0 unter der Leitung der damaligen Bundesminister für Bildung und Forschung, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka, und für Wirtschaft und Energie, Herr Sigmar Gabriel, gegründet. Gemeinsam mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften hat sich die Plattform als Ziel gesetzt, einheitliche und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Seitdem wurden erste konkrete Anwendungsgebiete und Handlungsempfehlungen definiert. Weiterhin beteiligen sich große deutsche Verbände und Forschungseinrichtungen an der Aufklärung und Aufbereitung des komplexen Themas.

Der Begriff Industrie 4.0 beruht auf der Annahme, dass wir uns in der vierten industriellen Revolution befinden. In der folgenden Grafik sehen Sie einen Überblick über die bisherigen industriellen Revolutionen.

 

 

Als industrielle Revolution wurden evolutionäre technologische Entwicklungen bezeichnet, welche revolutionäre Auswirkungen auf die Arbeitswelt bzw. Industrie hatten. Genau diese umwälzenden Auswirkungen werden auch im Zuge der Digitalisierung und Vernetzung erwartet. Konkret lassen sich bisher allerdings allenfalls Vermutungen, respektive Erwartungen formulieren, wie diese Veränderungen aussehen könnten.

Gerade die Veränderungen seit der dritten industriellen Revolution haben spürbaren Einfluss auf den Arbeitsalltag im produzierenden Gewerbe genommen. Der Digitalisierungsgrad von mittelständischen Unternehmen hat seitdem stetig zugenommen:  Erst kam der Sprung von analogen zweidimensionalen technischen Zeichnungen zu digitalen 3D-CAD Modellen. Daraufhin erschlossen sich viele neue Innovationsmöglichkeiten und Vernetzungspotenziale. Getrieben von der Idee einer digitalen Transformation in der Produktentwicklung ergaben sich gleichzeitig neue Geschäftsmodelle. 

Seit der dritten industriellen Revolution steigt dementsprechend auch die erzeugte Datenmenge, welche sinnvoll verwaltet werden muss. Die Daten werden mittlerweile im Idealfall systemseitig abgelegt und zur Verfügung gestellt. Im Zuge der vierten industriellen Revolution ist die richtige Verarbeitung und Aufbereitung der erzeugten Daten ein wichtiger Faktor.

Wer es schafft, seine Datenqualität hoch zu halten und diese zu schützen, wird die Marktvorteile im Zuge von Industrie 4.0 für sich nutzen können.

Lesen Sie im Artikel "Mehrwert durch Industrie 4.0" wie sich Industrie 4.0 auf die deutsche Wirtschaft auswirkt.