Das digitale Produktmodell

 

Wie im vorhergehenden Artikel „Der ISAP Lösungsansatz“ beschrieben, ist das digitale Produktmodell das geistige Eigentum eines produzierenden Unternehmens und muss gesondert betrachtet werden. Was muss das digitale Produktmodell unter den Herausforderungen leisten? Wie kann ich meinen Produktentstehungsprozess optimal an das digitale Produktmodell anpassen? Worauf muss geachtet werden?

 

Schon in den frühen Phasen der virtuellen Produktentwicklung muss das digitale Produkt so gestaltet werden, dass immer komplexer werdende Produktentstehungsprozesse effizient bewältigt werden.

Die virtuelle Produktentwicklung im Produktentstehungsprozess

Wir fassen die wichtigsten Aspekte der digitalen Produktentstehung in den folgenden vier Tätigkeitsfeldern zusammen: Erzeugung, Veredelung, Nutzung und Schutz des digitalen Produktmodells.

Erzeugung: Bereits in den ersten Schritten des Produktentstehungsprozesses wird das digitale Produktmodell geometrisch erzeugt. Von der Produktidee über die Auslegung bis hin zum ersten Entwurf sind viele Personen, Abteilungen und Systeme an der Entwicklung beteiligt. Idealerweise werden alle Änderungsprozesse systemseitig unterstützt und die endgültige Fassung des digitalen Produktmodells konsistent dokumentiert, damit bereits in der frühen Phase die Weichen für die nachfolgenden Prozessschritte gelegt werden.

Veredelung: Liegen die ersten Versionen des neu erzeugten digitalen Produktmodells vor, werden parallele Prozessschritte initial durchgeführt. Beispielsweise wird das geometrisch erzeugte Modell mit E-CAD Informationen erweitert. Fehlerbehaftete, redundante oder veraltete Daten müssen während der Änderungsphase verhindert werden, damit parallele Tätigkeiten nicht mit falschen Versionen fortgeführt werden. Gleichzeitig wird das digitale Produktmodell von mehreren Abteilungen innerhalb ihrer Prozessschritte um neue Informationen erweitert und aus Unternehmenssicht immer wertvoller. 

Nutzung: Die Grundlage von parallelen Tätigkeiten im Produktentstehungsprozess wird durch den Zugriff der erzeugten und veredelten Informationen geschaffen. Dabei ist, zur effizienten Bewältigung der Komplexität, eine eindeutige Verknüpfung der Informationen mit dem digitalen Produktmodell von hohem Stellenwert. Für alle Prozessschritte, die auf das digitale Produktmodell zugreifen müssen, ist es wichtig, zum richtigen Zeitpunkt die richtige Information zu erhalten. Dies kann effizient nur mit dem Zugriff aller Beteiligten auf ein einheitliches, konsistentes digitales Produktmodell funktionieren.

Schutz: Das geistige Eigentum eines produzierenden Unternehmens liegt in der Verbindung von allen interdisziplinären nativ vorliegenden Daten und muss vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden. Das digitale Produktmodell, als Träger und Verbindungselement aller im Produktentstehungsprozess erschaffenen sensiblen Informationen, gilt es zu schützen. Die sensiblen Informationen, die als Daten vorliegen, müssen von der IT-Infrastruktur gesichert und trotzdem für eine externe Kommunikation zur Verfügung gestellt werden.

 

Werden diese Aspekte bei der Gestaltung und Pflege des digitalen Produktmodells berücksichtigt, wird die Komplexität in der Produktentstehung handhabbar. Das digitale Produktmodell als homogene Quelle und eindeutige Verknüpfung der verschiedenen, interdisziplinären Informationen legt die Basis für die weitere Betrachtung des Produktentstehungsprozesses. Lesen Sie dazu nächste Woche mehr. Am Montag, 17. Juli 2017 erscheint der Artikel „Wir verbessern Produktentstehungsprozesse“.